Mobile First, zu Deutsch „Mobilgerät zuerst“, ist ein Gestaltungsansatz, der die Entwicklung für das Smartphone priorisiert. Zuvor wurden Websites für den großen Computerbildschirm gestaltet und erst im Nachhinein für kleine Geräte angepasst. Mobile First dreht die Reihenfolge um: Bei der Konzeption und Gestaltung der Seite wird zuallererst an Mobilgeräte gedacht – an kleinere Bildschirme, die Bedienung per Finger und mitunter langsamere Verbindungen. Dieser Ansatz bringt eine wohltuende Konzentration mit sich. Auf kleinen Bildschirmen ist kein Platz für Überflüssiges. Wesentliches muss sofort erkennbar und leicht bedienbar sein. Eng verbunden mit diesem Ansatz ist Googles Vorgehen, für die Bewertung einer Website in erster Linie die mobile Fassung heranzuziehen.
Mobile First
Mobile First ist die Herangehensweise, Websites zuerst für das Smartphone zu gestalten und erst danach für größere Bildschirme.
Was bedeutet Mobile First?
Wo hat Mobile First seinen Ursprung?
Mobile First gewann in den 2010er-Jahren an Bedeutung, als die Internetnutzung über Smartphones die Nutzung über Computer zu überflügeln begann. Google zog Konsequenzen und stellte die Bewertung schrittweise auf „Mobile First“ um. Das machte die mobile Version einer Website zur maßgeblichen Grundlage dafür, wie sie von Google erfasst und bewertet wird. Damit entwickelte sich aus einer gestalterischen Empfehlung eine praktische Notwendigkeit.
Warum ist Mobile First wichtig?
Ein Großteil aller Website-Besuche erfolgt über mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets. Für viele Angebote ist dies tatsächlich der wichtigste Zugang überhaupt. Eine Website, die auf kleinen Bildschirmen schlecht funktioniert – Bilder und Schrift sind zu klein, Buttons sind kaum zu treffen, die Gestaltung ist auf Querformat statt Längsformat ausgelegt – verliert dort viele Besucher. Mobile First wird dieser Realität gerecht, indem das mobile Nutzerlebnis von Anfang an mitgedacht wird. Da Google zudem die mobile Fassung bewertet, hat Mobile First auch Anteil an der Sichtbarkeit der Seite.
Vorteile
- Mobile First bietet mobilen Besuchern ein gutes Nutzererlebnis.
- Entsprechend Googles mobiler Bewertung kann sich Mobile First positiv auf die Sichtbarkeit auswirken.
- Die erzwungene Reduzierung der Inhalte führt oft zu klareren, fokussierteren Websites, die auch auf großen Bildschirmen überzeugen.
Herausforderungen
Der Mobile-First-Ansatz verlangt ein Umdenken bei Gestaltung und Konzeption – ein kleiner, meist vertikaler Bildschirm hat ganz andere Anforderungen als der klassische Computerbildschirm. Inhalte und Funktionen müssen priorisiert werden, sodass die Botschaft und UX auch mit wenig Platz gut funktionieren, ohne dass auf größeren Bildschirmen die Substanz fehlt. Die Umstellung einer bestehenden Website auf Mobile First kann sehr aufwendig sein – ein grundlegender Neubau der Website ist oftmals empfehlenswert.
Beispiel
Ein Betreiber eines Online-Shops stellt fest, dass zwei Drittel der Besuche über das Smartphone kommen, während die Anfragen fast nur über den Computer erfolgen. Die Analyse macht deutlich, dass das Anfrageformular auf dem Smartphone kaum bedienbar ist. Nach einem Neuaufbau, der zuerst das mobile Erlebnis fokussiert, lässt sich das Formular mühelos ausfüllen, womit die mobilen Anfragen deutlich steigen.